Die Rechnung sieht auf den ersten Blick eindeutig aus: Baukasten 20 Euro im Monat, gebaute Website ein paar tausend Euro einmalig. Wer rechnen kann, nimmt den Baukasten. Nur rechnet diese Rechnung eine Position nicht mit, und die ist die teuerste.
Der Abopreis ist der kleinste Posten. Der große ist deine Zeit. Eine brauchbare Seite selbst zu bauen bedeutet realistisch: Struktur überlegen, Texte schreiben, Bilder beschaffen und zuschneiden, Vorlage anpassen, mobil prüfen, Impressum und Datenschutzerklärung korrekt einbinden, Formular testen.
Für jemanden, der das zum ersten Mal macht, sind das 20 bis 40 Stunden. Bei einem kalkulatorischen Stundensatz von 60 Euro sind das 1.200 bis 2.400 Euro an Arbeitszeit, die nicht in Aufträge geflossen ist. Der Baukasten ist also nicht günstiger, er ist anders bezahlt.
Es gibt klare Fälle, in denen ich davon abrate, Geld für eine gebaute Seite auszugeben:
In allen drei Fällen: Nimm einen Baukasten, nimm dir einen Nachmittag, sei fertig. Das ist die richtige Entscheidung.
Sobald über die Website Anfragen kommen sollen, ändert sich die Lage. Drei Punkte, an denen Baukästen strukturell verlieren:
Ladezeit. Baukästen liefern generischen Code für alle möglichen Anwendungsfälle. Das ist notwendigerweise schwerer als eine Seite, die nur das enthält, was du brauchst. Google misst das als Largest Contentful Paint, also die Zeit bis zum Laden des größten sichtbaren Inhaltsblocks. Als gut gilt laut Google-Dokumentation zu den Core Web Vitals ein Wert von höchstens 2,5 Sekunden am 75. Perzentil. Mobil ist der Abstand zwischen Baukasten und gebauter Seite am größten, weil dort jedes überflüssige Kilobyte doppelt wiegt.
Struktur für Suchmaschinen. Überschriften-Hierarchie, strukturierte Daten, interne Verlinkung, saubere Adressen. Vieles davon lässt sich im Baukasten nicht beeinflussen. Bei Suchbegriffen ohne Wettbewerb reicht das trotzdem. Bei "Webdesign Herne" oder "Elektriker Bochum" entscheidet es.
Der zweite Eindruck. Vorlagen erkennt man. Nicht der Kunde, aber die Konkurrenz nutzt dieselbe. Wenn drei Betriebe in derselben Stadt dieselbe Vorlage einsetzen, gewinnt keiner damit etwas.
Zwischen Selbstbau und Komplettprojekt liegt der Weg, den die meisten Betriebe unterschätzen: eine einzelne, richtig gebaute Seite. Eine One-Page-Website zum Festpreis kostet 2.750 Euro netto und ist in einer Woche live. Individuell gestaltet, kein Template, technisch sauber, du besitzt alles.
Gegenüber 20 bis 40 Stunden Eigenarbeit ist das kein Aufpreis, sondern ein Tausch: Geld gegen Zeit und gegen ein Ergebnis, das messbar besser rankt.
Wenn du dir die Frage stellst, weil du sparen willst, nimm den Baukasten und sei ehrlich zu dir, wie viel Zeit du investierst. Wenn du sie dir stellst, weil die Seite Kunden bringen soll, ist der Baukasten die teurere Variante.
Die vollständige Preisübersicht über alle Wege steht in Was kostet eine Website. Welche Fragen du einem Dienstleister stellen solltest, bevor du beauftragst, steht in Webdesigner finden: 7 Fragen.