Seit Google KI-Zusammenfassungen über die Suchergebnisse setzt, gibt es zwei Lager: Die einen erklären das Ende des Webs, die anderen tun so, als sei nichts passiert. Beides hilft niemandem weiter.
Hier stehen die belastbaren Zahlen, was sie für einen lokalen Betrieb bedeuten und was man konkret tun kann.
Die aussagekräftigste unabhängige Untersuchung stammt vom Pew Research Center. Ausgewertet wurde das tatsächliche Surfverhalten von 900 Personen in den USA über einen Monat, insgesamt 68.879 Google-Suchen.
Erscheint eine KI-Zusammenfassung, wird also etwa halb so oft auf ein Ergebnis geklickt. Die Links innerhalb der Zusammenfassung fangen das nicht auf, sie werden in einem Prozent der Besuche geklickt.
Zwei Einordnungen dazu, die selten mitgeliefert werden. Erstens: Die Daten stammen aus März 2025, die Auswertung wurde im Juli 2025 veröffentlicht. Seitdem dürfte die Verbreitung gestiegen sein, eine neuere Messung in dieser Qualität kenne ich aber nicht. Zweitens: In 18 Prozent der untersuchten Suchen erschien überhaupt eine KI-Zusammenfassung. Es sind also nicht alle Suchen betroffen, sondern ein bestimmter Typ.
Das ist der Punkt, an dem sich Panik und Realität trennen.
KI-Zusammenfassungen erscheinen vor allem bei Fragen, die sich mit einem Absatz beantworten lassen: was etwas ist, wie etwas funktioniert, welche Unterschiede es gibt. Genau die Fragen, die Ratgeberartikel beantworten.
Bei Suchen mit Ortsbezug sieht es anders aus. Wer "Elektriker Herne" eingibt, will einen Betrieb beauftragen, und dort steht weiterhin die Kartenbox mit drei Einträgen ganz oben. Diese Suchen sind für einen Handwerksbetrieb die wirtschaftlich entscheidenden, und dort hat sich weniger verändert. Ganz unberührt sind sie aber nicht: Laut Googles Leitfaden zur KI-Suche können KI-Antworten auch Angaben zu lokalen Betrieben enthalten, und ein gepflegtes Unternehmensprofil hilft, dort aufzutauchen.
Für einen lokalen Betrieb heißt das: Der Verlust trifft die Ratgeberinhalte, nicht die Auftragssuchen. Wer seine Sichtbarkeit hauptsächlich über das Google-Unternehmensprofil und lokale Suchbegriffe aufbaut, ist deutlich weniger betroffen als ein Verlag. Wie diese Sichtbarkeit entsteht, steht in Lokal bei Google gefunden werden.
Kurz gefasst: Es gibt keine eigene.
"There are no additional requirements to appear in AI Overviews or AI Mode, nor other special optimizations necessary."
So steht es in Googles Dokumentation zu den KI-Funktionen. Es gibt keine zusätzlichen Anforderungen und keine speziellen Optimierungen, um in AI Overviews oder im KI-Modus zu erscheinen. Im Leitfaden zur KI-Suche, den Google im Mai 2026 veröffentlicht hat, steht es noch deutlicher: Optimierung für die KI-Suche ist aus Googles Sicht weiterhin SEO.
Der Grund ist technisch: Die KI-Antworten greifen auf denselben Suchindex zu wie die klassischen Ergebnisse. Wer dort nicht auftaucht, taucht auch in der KI-Antwort nicht auf. Deshalb ist jedes Angebot, das eine spezielle AI-Overview-Optimierung verkauft, im besten Fall normales SEO mit neuem Etikett.
Das gilt auch für die Textdatei, die derzeit als Lösung gehandelt wird. Warum sie nichts bringt, steht in Brauchst du eine llms.txt.
Auch wenn es keine Sonderoptimierung gibt, unterscheiden sich Seiten darin, wie brauchbar sie für eine Zusammenfassung sind. Vier Dinge fallen dabei auf.
Eine klare Antwort direkt nach der Frage. Wenn eine Überschrift eine Frage stellt und der erste Absatz sie beantwortet, ist dieser Absatz zitierfähig. Wenn die Antwort über drei Absätze verteilt ist und mit "es kommt darauf an" beginnt, ist sie es nicht.
Eigene Zahlen und Belege. Ein System zitiert lieber eine Quelle mit einer konkreten, überprüfbaren Angabe als eine allgemeine Beschreibung. Eigene Messungen, eigene Preise, eigene Fallzahlen sind dabei mehr wert als wiederholte Allgemeinplätze.
Text statt Bild. Was in einer Grafik steht, kann nicht zitiert werden. Wichtige Aussagen gehören in den Fließtext, auch wenn sie zusätzlich als Grafik erscheinen.
Erreichbarkeit für Crawler. Für AI Overviews und den KI-Modus zählt der normale Googlebot: Wer ihn in der robots.txt aussperrt, verschwindet aus der Suche und damit auch aus diesen Antworten. Eine Sperre für Google-Extended betrifft dagegen die Gemini-Apps und das KI-Training, nicht die Google-Suche. Das kann eine bewusste Entscheidung sein, sollte aber eine bewusste sein.
Nicht vollständig. Google schreibt dazu, KI sei fester Bestandteil der Suche geworden. Steuern lässt sich der angezeigte Ausschnitt: über nosnippet gar kein Textausschnitt, über max-snippet eine begrenzte Länge, über data-nosnippet einzelne Passagen.
In der Praxis ist das selten sinnvoll. Laut Googles Dokumentation verhindert nosnippet zwar auch, dass deine Inhalte als direkte Eingabe für AI Overviews und den KI-Modus dienen, und max-snippet begrenzt das entsprechend. Dafür verlierst du aber auch den Textausschnitt in den klassischen Ergebnissen.
Wenn deine Website hauptsächlich Aufträge aus lokalen Suchen holt, ändert sich wenig. Kümmere dich um Profil, Bewertungen und saubere Leistungsseiten, so wie vorher.
Wenn du einen Ratgeberbereich hast, der Besucher bringt, rechne mit weniger Klicks bei gleicher Platzierung. Die Gegenmaßnahme ist nicht mehr Text, sondern besserer: konkrete Antworten, eigene Zahlen, Inhalte, die eine Zusammenfassung nicht ersetzen kann. Eine Preisliste, ein Rechner, eine echte Fallbeschreibung überleben die Zusammenfassung, ein allgemeiner Überblickstext nicht.
Und die zweite Bühne kommt dazu: Neben Googles KI-Antworten entscheiden inzwischen auch ChatGPT, Perplexity und Gemini darüber, wer empfohlen wird. Ob dein Betrieb dort vorkommt, lässt sich messen, siehe Empfehlen ChatGPT, Claude und Gemini dein Unternehmen? und den Check zur KI-Sichtbarkeit.
Wie das lokal aussieht, zeigen meine Studien zur lokalen Sichtbarkeit: Google, Google Maps und KI-Antworten, je Stadt in 20 Branchen.