Der teuerste Fehler bei lokalem SEO passiert vor der ersten Zeile Text: Man optimiert auf Begriffe, die niemand eingibt. Meistens sind es die Begriffe, die im eigenen Angebot stehen.
Dieser Text zeigt, wie du in einer Stunde herausfindest, wonach deine Kunden tatsächlich suchen, und was du mit den Ergebnissen machst.
Ich habe für diesen Artikel die Suchvolumina für Herne abgefragt, Stand September 2026, Quelle sind Googles eigene Anzeigendaten:
720 Suchen nach dem Steuerberater, 590 nach dem Elektriker, 320 nach dem Dachdecker. Und zwanzig nach "Handwerker Herne".
Niemand sucht nach Handwerkern. Alle suchen nach dem Gewerk, das sie brauchen. Wer seine Startseite auf "Ihr Handwerksbetrieb in Herne" ausrichtet, konkurriert um zwanzig Suchen im Monat, während nebenan 590 vergeben werden.
Dasselbe Muster gilt überall. Der Patient sucht nicht "Manuelle Therapie nach KG-Verordnung", sondern "Rückenschmerzen Behandlung". Der Kunde sucht nicht "Objektauflösung", sondern "Entrümpelung nach Erbfall". Deine Fachsprache ist präzise und für die Suche wertlos.
Zwei Begriffe aus meiner Recherche zu diesem Blog:
| Begriff | Suchen pro Monat | Klickpreis |
|---|---|---|
| meta description | 590 | 0,27 € |
| website seo optimieren | 480 | 25,38 € |
Fast dasselbe Volumen, aber der zweite Begriff ist Google fast hundertmal so viel wert. Der Grund: Wer "meta description" sucht, will etwas lernen. Wer "website seo optimieren" sucht, hat ein Problem und Geld.
Der Klickpreis ist der ehrlichste verfügbare Indikator für Kaufabsicht, weil Unternehmen dafür echtes Geld bieten. Ein Begriff mit 40 Suchen und 6 Euro Klickpreis ist für einen lokalen Betrieb mehr wert als einer mit 3.600 Suchen ohne lokalen Bezug.
Genau das ist der Fall in Herne: "webdesign herne" hat 40 Suchen im Monat bei 6,31 Euro Klickpreis. "website erstellen lassen" hat 3.600 bei 21,78 Euro, aber dort konkurrierst du mit dem ganzen Land. Vierzig lokale Suchen, bei denen du auf Platz eins stehst, bringen mehr Aufträge als Platz vierzig bei 3.600.
Vier Quellen, alle kostenlos, zusammen etwa eine Stunde.
Googles eigene Vorschläge. Tipp deine Hauptleistung ins Suchfeld und schau, was Google ergänzt. Diese Vorschläge kommen aus echten Suchanfragen. Ergänze Buchstaben durch das Alphabet, dann siehst du die Bandbreite.
Der Bereich "Ähnliche Fragen". In den Suchergebnissen aufklappbare Fragen. Das sind die Formulierungen, die Menschen wirklich eingeben, oft ganze Sätze. Jede davon ist eine mögliche Überschrift.
Die Search Console, wenn deine Seite schon existiert. Unter Leistung siehst du, über welche Begriffe Leute dich bereits finden. Besonders wertvoll sind Begriffe auf Position 8 bis 20: dort bist du sichtbar, aber unter der Klickschwelle. Ein überarbeiteter Abschnitt bringt dich auf die erste Seite.
Die drei Betriebe in der Kartenbox. Such nach deiner Hauptleistung plus Stadt und sieh nach, welche Kategorie die drei Betriebe im Kartenbereich führen. Google zeigt die Hauptkategorie öffentlich. Wenn alle drei dieselbe führen und du eine andere hast, hast du deine Antwort. Mehr dazu in Google-Unternehmensprofil optimieren.
Eine Einschränkung, die selten jemand nennt: Für kleine Städte und Nischen liefern die Datenbanken oft gar keinen Wert. Bei meiner Abfrage kamen für "Sanitär Herne", "Zahnarzt Herne" und "Physiotherapie Herne" keine Volumina zurück.
Das heißt nicht, dass niemand danach sucht. Es heißt, dass die Zahl unter der Messschwelle liegt. Bei lokalen Begriffen ist das der Normalfall, und es ist ein schlechter Grund, ein Thema zu verwerfen. Ein Zahnarzt in Herne braucht keine Datenbank, um zu wissen, dass Leute nach einem Zahnarzt in Herne suchen.
Nutz die Zahlen, wo es sie gibt, und deinen Kopf, wo es sie nicht gibt.
Eine Seite pro Absicht, nicht pro Begriff. "Elektriker Herne", "Elektriker in Herne" und "Elektrofachbetrieb Herne" sind dieselbe Absicht. Dafür baust du eine Seite, nicht drei. Drei Seiten zum selben Thema konkurrieren gegeneinander, und Google entscheidet dann selbst, welche er zeigt, meist die falsche.
Die Hauptabsicht gehört auf eine Leistungsseite, nicht in den Blog. Wer "Elektriker Herne" sucht, will einen Betrieb beauftragen, keinen Artikel lesen. Ratgebertexte gehören zu den Fragen davor: was es kostet, wie lange es dauert, woran man einen guten Betrieb erkennt.
Ortsangaben gehören in den Text, nicht in eine Liste. Zwanzig Städte im Fußtext sind ein Muster, das Google seit Jahren erkennt. Eine echte Seite pro Stadt, mit eigenem Inhalt und echten Referenzen, wirkt. Alles dazwischen ist Aufwand ohne Wirkung. Warum trotzdem oft die Nachbarstadt vorne steht, steht in Warum die Nachbarstadt dich verdrängt.
Prüf, ob du dir selbst im Weg stehst. Wenn zwei deiner Seiten auf denselben Begriff ausgerichtet sind, teilen sie sich die Signale. In der Search Console siehst du das daran, dass für eine Suchanfrage wechselnde Seiten auftauchen. Dann führst du beide zusammen und leitest die schwächere weiter.
Das ist keine Wissenschaft und dauert einen Nachmittag. Es ersetzt kein laufendes SEO, aber es verhindert den teuersten Fehler: monatelang auf Begriffe zu optimieren, die niemand eingibt.
Wo deine Seite technisch steht, zeigt der kostenlose Website-Check. Was laufende Betreuung kostet und ab wann sie sich rechnet, steht in Was kostet SEO.