Das Google-Unternehmensprofil ist der einzige Sichtbarkeitshebel, der nichts kostet und trotzdem am häufigsten halbfertig bleibt. Kein Budget, kein Entwickler, nur ein paar Stunden Arbeit. Dieser Text sortiert, welche davon sich lohnen.
Wenn du noch gar kein Profil hast, fang hier an: Google-Unternehmensprofil erstellen. Der Rest dieses Textes setzt ein bestehendes, bestätigtes Profil voraus.
Warum das Profil so stark wirkt
Google nennt in der Hilfe zum Unternehmensprofil drei Faktoren für lokale Ergebnisse: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit.
Relevanz ist, wie gut dein Profil zu dem passt, wonach jemand sucht. Google empfiehlt dafür ausdrücklich vollständige und detaillierte Angaben. Entfernung ist der Abstand zwischen Suchendem und Betrieb, und der einzige Faktor, den niemand beeinflussen kann. Bekanntheit ist, wie bekannt dein Unternehmen ist; Google führt dazu unter anderem die Anzahl der Bewertungen und der verlinkenden Websites an.
Von drei Faktoren sind also zwei beeinflussbar, und beide laufen zu einem großen Teil über das Profil. Deshalb ist es der erste Schritt, nicht der letzte.
1. Die Hauptkategorie richtig wählen
Der stärkste einzelne Hebel und die häufigste Fehlerquelle. Die Hauptkategorie entscheidet, für welche Suchanfragen du überhaupt in Frage kommst. Ein Betrieb, der sich als „Bauunternehmen" führt, obwohl Kunden nach „Abbruchunternehmen" suchen, ist für diese Suchanfragen praktisch nicht vorhanden.
So findest du die richtige, in fünf Minuten: Such nach deiner Hauptleistung plus Stadt und sieh dir an, welche Kategorie die drei Betriebe in der Kartenbox führen. Google zeigt die Hauptkategorie im Profil öffentlich an. Wenn alle drei dieselbe führen und du eine andere hast, hast du deine Antwort.
Nimm die Kategorie, die deine Hauptleistung beschreibt, nicht die, die am größten klingt. „Bauunternehmen" klingt nach mehr als „Abbruchunternehmen", bringt dir aber die Anfragen nicht, mit denen du dein Geld verdienst.
Zusatzkategorien sind erlaubt und sinnvoll, wirken aber schwächer. Nicht mehr als fünf, und nur solche, die du wirklich anbietest. Wer zehn Kategorien führt, verwässert die Zuordnung, statt sie zu schärfen.
Ein Hinweis zum Wechseln: Jede Änderung der Hauptkategorie wirft dich in der Bewertung kurzzeitig zurück. Das ist kein Grund, einen offensichtlichen Fehler stehenzulassen, aber ein Grund, es einmal richtig zu entscheiden statt vierteljährlich zu experimentieren.
2. Leistungen vollständig eintragen
Das Leistungsverzeichnis ist ein Textfeld, das viele leer lassen. Dabei ist es der zweitgrößte Hebel für die Relevanz.
Jede Leistung bekommt einen eigenen Eintrag mit Namen und kurzer Beschreibung. Schreib die Begriffe, die Kunden benutzen, nicht die aus deiner Angebotssoftware. „Manuelle Therapie nach KG-Verordnung" versteht ein Patient nicht, „Rückenschmerzen behandeln" schon. „Entrümpelung nach Erbfall" trifft besser als „Objektauflösung".
Fünfzehn gepflegte Leistungen sind keine Übertreibung, sondern der Normalfall bei einem Betrieb mit voller Breite. Jede davon ist eine zusätzliche Suchanfrage, zu der Google dich als passend einstufen kann.
3. Öffnungszeiten, auch die besonderen
Falsche Öffnungszeiten kosten doppelt: Der Kunde steht vor verschlossener Tür und schreibt eine schlechte Bewertung. Damit wird aus einem Pflegefehler ein Bewertungsproblem.
Trag Feiertage und Betriebsferien vorher ein. Google fragt vor Feiertagen aktiv nach, das dauert zwanzig Sekunden und verhindert genau diesen Fall. Wer zusätzlich abweichende Zeiten für einzelne Leistungen hat, etwa einen Notdienst, kann das ebenfalls hinterlegen.
4. Fotos, aber echte
Fotos aus der Bilddatenbank erkennt jeder. Was wirkt: das Team, Fahrzeuge mit Beschriftung, fertige Arbeiten mit einem Satz dazu, der Eingang aus der Perspektive, aus der Kunden ankommen. Letzteres klingt banal und hilft Menschen tatsächlich beim Finden.
Regelmäßig neue Fotos sind ein Aktivitätssignal. Alle paar Wochen zwei bis drei genügen. Ein Profil, dessen letztes Bild aus 2022 stammt, wirkt auf Menschen wie ein geschlossener Laden, und auf Google wie ein inaktiver Eintrag.
Was du dir sparen kannst: Hochglanz. Ein scharfes Handyfoto vom echten Betrieb schlägt ein perfektes Bild von irgendwo.
5. Der Website-Link gehört auf die passende Seite
Der häufigste Fehler nach der Kategorie: Der Link im Profil zeigt auf die Startseite. Wenn dein Profil eine bestimmte Leistung in einer bestimmten Stadt beschreibt, gehört er auf die Seite, die genau das behandelt. Der Besucher landet dort, wo er weiterlesen kann, statt sich durch eine Navigation zu suchen.
Bei mehreren Standorten gilt dasselbe je Standort: eigenes Profil, eigene Zielseite.
6. Fragen und Antworten selbst befüllen
Der Fragen-Bereich kann von jedem befüllt werden. Auch von dir. Du darfst dort selbst Fragen stellen und beantworten, und das ist ausdrücklich vorgesehen.
Nutz das für die drei Fragen, die bei dir am Telefon immer kommen: Was kostet es ungefähr, wie schnell könnt ihr, arbeitet ihr auch in Ort X. Jede beantwortete Frage spart einen Anruf und beantwortet gleichzeitig die Frage für alle anderen, die zuschauen.
Behalte den Bereich im Blick. Fremde Antworten sind dort möglich, und die sind nicht immer richtig.
7. Bewertungen: der Hebel für die Bekanntheit
Google nennt die Anzahl der Bewertungen als Teil des Faktors Bekanntheit. Damit sind sie einer der wenigen Rankingfaktoren, die offen benannt sind.
Der wirksamste Schritt ist auch der einfachste: fragen. Die meisten zufriedenen Kunden bewerten nicht, weil niemand sie darum gebeten hat. Direkt nach der abgeschlossenen Leistung, mit dem Kurzlink oder QR-Code aus dem Profil.
Was verboten ist: Anreize jeder Art. Zahlungen, Rabatte, kostenlose Produkte oder Leistungen für eine Bewertung, auch das Gewinnspiel unter allen Bewertenden. Google entfernt solche Inhalte und kann bei Verstößen gegen die Richtlinie zu gefälschten Interaktionen das Profil einschränken. Der ausführliche Weg, der funktioniert, steht in Google-Bewertungen sammeln.
Auf negative Bewertungen gehört eine sachliche, öffentliche Antwort. Drei Sätze: Bedauern, Sachverhalt, Angebot zur Klärung offline. Keine Antwort wirkt schlechter als die Bewertung selbst.
8. Prüfen, ob es wirkt
Das Profil liefert eigene Statistiken, und die sind aussagekräftiger als jedes Bauchgefühl. Sichtbar wird, über welche Suchbegriffe Leute dich gefunden haben, wie oft das Profil aufgerufen wurde, wie oft jemand angerufen, die Route angefragt oder die Website geöffnet hat.
Anrufe und Routenanfragen sind dabei die ehrlichsten Zahlen. Ein Aufruf ist eine Ansicht, ein Anruf ist eine Absicht.
Notier dir den Stand vor der Optimierung. Ohne Ausgangswert ist jede spätere Aussage über die Wirkung wertlos.
Was wenig bringt
Beiträge im Wochentakt. Sie schaden nicht, aber die Wirkung auf Rankings ist gering, und sie verschwinden nach kurzer Zeit aus der Ansicht. Wenn Zeit knapp ist, steck sie in Bewertungen und Fotos.
Keywords im Firmennamen. „Müller Sanitär Herne Notdienst günstig" verstößt gegen die Richtlinien und kann zur Einschränkung des Profils führen. Der Name ist der Name.
Viele Zusatzkategorien. Verwässert statt zu schärfen, siehe oben.
Ein zweites Profil für dieselbe Adresse. Teilt Bewertungen und Signale auf. Duplikate melden und zusammenführen lassen.
Die Reihenfolge, wenn die Zeit knapp ist
Wenn du nur zwei Stunden hast, in dieser Reihenfolge: Hauptkategorie prüfen, Leistungen eintragen, Öffnungszeiten inklusive Feiertagen, Website-Link auf die richtige Seite, Bewertungslink holen und ab morgen konsequent fragen. Fotos und Fragen-Bereich kommen in der zweiten Runde.
Ein vollständiges Profil wirkt meist innerhalb von ein bis vier Wochen. Der nächste Schritt danach sind einheitliche Firmendaten in Verzeichnissen, siehe NAP und Brancheneinträge, und der Überblick über das Ganze steht in Lokal bei Google gefunden werden.
Wenn du das nicht selbst machen willst: Ich setze das Profil zum Festpreis auf, inklusive Verzeichnissen, Bewertungsweg und einer Messung vorher und nach vier Wochen. Alles dazu unter Google-Profil-Setup, 490 Euro einmalig, ohne Laufzeit.

