Ein Betrieb aus Herne steht für „Elektriker Herne" auf Platz zwei und für „Elektriker Bochum" nirgendwo. Die Fahrzeit beträgt zwölf Minuten. Das fühlt sich falsch an und folgt trotzdem einer klaren Logik.
Google nennt in der Hilfe zum Unternehmensprofil drei Faktoren für lokale Ergebnisse: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Entfernung ist der Abstand zwischen dem Suchenden und dem jeweiligen Betrieb. Teilt jemand seinen Standort nicht mit, schätzt Google ihn anhand dessen, was über den Nutzer bekannt ist.
An Relevanz und Bekanntheit kannst du arbeiten. An der Entfernung nicht, jedenfalls nicht ohne zweiten Standort. Wer in Bochum-Querenburg sucht, bekommt Betriebe aus Querenburg und Umgebung, nicht aus Herne-Sodingen, selbst wenn der Herner Betrieb objektiv besser bewertet ist.
Anderswo ist die nächste Stadt 40 Kilometer entfernt und niemand erwartet, dort zu ranken. Hier liegen Herne, Bochum, Gelsenkirchen und Castrop-Rauxel so dicht, dass ein Betrieb selbstverständlich in allen vieren arbeitet. Der Einzugsbereich ist real, die Sichtbarkeit folgt ihm aber nicht automatisch.
Dazu kommt ein zweiter Effekt: In jeder dieser Städte sitzen Wettbewerber, für die diese Stadt der Heimatort ist. Gegen deren Entfernungsvorteil in ihrer eigenen Stadt gewinnst du selten über das Kartenergebnis.
Die Maps-Box ist nicht das einzige Ergebnis auf der Seite. Darunter stehen die klassischen organischen Treffer, und dort zählt die Entfernung deutlich schwächer. Genau da ist der Platz für Betriebe aus der Nachbarstadt.
Das heißt praktisch: Für „Elektriker Bochum" wirst du über das Unternehmensprofil schwer in die Kartenbox kommen. Über eine inhaltlich starke Seite zu Elektroarbeiten in Bochum kannst du sehr wohl organisch ranken. Zwei verschiedene Spielfelder, zwei verschiedene Strategien.
Der naheliegende Reflex ist eine Stadtseite je Stadt, zwölfmal derselbe Text mit ausgetauschtem Namen. Genau das wertet Google als Doorway-Page: Seiten, die nur existieren, um für eine Ortsvariante zu ranken, und die dem Nutzer nichts Eigenes bieten. Im besten Fall ranken sie nicht, im schlechteren zieht es die ganze Domain mit runter.
Der Unterschied zwischen einer Doorway-Page und einer echten Stadtseite ist nicht die Textlänge, sondern der Informationsgehalt, den es nur für diese Stadt gibt.
| Element | Schablone | Echte Seite |
|---|---|---|
| Einleitung | „Wir sind Ihr Partner in Stadt X" | Was in dieser Stadt konkret anders ist |
| Referenzen | dieselben drei Logos überall | ein Projekt aus dieser Stadt oder dem Nachbarort |
| Branchen | generische Liste | die Branchen, die diese Stadt prägen |
| Anfahrt | „schnell vor Ort" | Entfernung, Fahrzeit, konkrete Stadtteile |
| Fragen | überall identisch | Fragen, die dort tatsächlich kommen |
Wenn du zwölf Städte bedienst und nur für drei echten Inhalt hast, mach drei Seiten. Neun leere Seiten sind schlechter als keine.
Konzentrier dich auf die Stadt, in der du sitzt, plus maximal zwei Nachbarstädte, in denen du wirklich regelmäßig arbeitest. Dort baust du Substanz auf: Bewertungen von Kunden aus diesen Orten, Projekte, die du benennen darfst, Inhalte mit echtem Ortsbezug.
Der Rest kommt über die Zeit von selbst, weil Bekanntheit nicht an der Stadtgrenze endet.
Die drei Faktoren im Überblick stehen in Lokal bei Google gefunden werden. Die Grundlagen im Profil in Google-Unternehmensprofil optimieren, die Arbeit an der Bekanntheit in Google-Bewertungen sammeln.
Wie ich das für Städte im Ruhrgebiet umsetze, steht auf SEO Herne und den Seiten der Nachbarstädte.