Skip to main content

Core Web Vitals und technisches SEO: was Google wirklich misst

LCP, INP, CLS: welche Werte zählen, wo die Grenzen liegen und welche technischen Baustellen Rankings kosten. Mit der Reihenfolge, die sich lohnt.

Roland Hentschel05. September 20265 Min.KI-unterstützt · geprüft

Das Wichtigste in Kürze

Google misst drei Core Web Vitals: Largest Contentful Paint für die Ladezeit des Hauptinhalts, gut ab 2,5 Sekunden oder schneller. Interaction to Next Paint für die Reaktion auf Eingaben, gut ab 200 Millisekunden oder weniger. Cumulative Layout Shift für springende Layouts, gut ab 0,1 oder darunter. Bewertet wird das 75. Perzentil echter Nutzerdaten, nicht ein einzelner Testlauf. Die häufigsten Ursachen für schlechte Werte sind unkomprimierte Bilder, nachgeladene Schriften und Skripte von Drittanbietern. Technisches SEO umfasst darüber hinaus Indexierbarkeit, Weiterleitungen, strukturierte Daten und die mobile Darstellung.

Technisches SEO ist der Teil, den niemand sieht und den jeder merkt. Eine Seite, die vier Sekunden zum Laden braucht, verliert Besucher, bevor sie den ersten Satz gelesen haben. Und sie verliert Platzierungen, weil Google diese vier Sekunden misst.

Dieser Text erklärt, was genau gemessen wird, wo die Grenzen liegen und in welcher Reihenfolge sich die Arbeit lohnt.

Die drei Werte, die Google Core Web Vitals nennt

Google misst drei Dinge an deiner Seite. Die Schwellenwerte stehen in der offiziellen Dokumentation und sind seit Jahren stabil.

WertWas er misstGutSchlecht
LCPWann der Hauptinhalt sichtbar istbis 2,5 süber 4,0 s
INPWie schnell die Seite auf Eingaben reagiertbis 200 msüber 500 ms
CLSWie stark das Layout beim Laden springtbis 0,1über 0,25

LCP, Largest Contentful Paint, ist der Moment, in dem das größte Element im sichtbaren Bereich fertig geladen ist. Meistens ist das dein Titelbild oder die Überschrift. Alles, was davor passiert, ist für den Besucher Wartezeit.

INP, Interaction to Next Paint, misst die Verzögerung zwischen einem Klick und der sichtbaren Reaktion. Ein Menü, das erst nach einer halben Sekunde aufgeht, fühlt sich kaputt an, auch wenn es funktioniert.

CLS, Cumulative Layout Shift, misst Sprünge. Du willst auf einen Link tippen, in dem Moment lädt ein Banner nach, alles rutscht nach unten, und du landest woanders. Das ist ein hoher CLS.

Der Punkt, den fast alle falsch verstehen

Google bewertet nicht deinen Testlauf, sondern das 75. Perzentil echter Besucherdaten. Drei Viertel deiner Besucher müssen den guten Wert erreichen, gemessen über 28 Tage.

Das hat zwei praktische Folgen.

Erstens: Ein guter Wert im Testwerkzeug bedeutet nichts, wenn deine Besucher mit älteren Handys über Mobilfunk kommen. Testwerkzeuge messen unter Laborbedingungen, Google bewertet die Realität. Ein Handwerksbetrieb, dessen Kunden von der Baustelle aus suchen, hat andere echte Werte als das Testergebnis vom Bürorechner.

Zweitens: Änderungen wirken verzögert. Wenn du heute die Bilder optimierst, dauert es bis zu vier Wochen, bis das Messfenster den alten Zustand nicht mehr enthält. Wer nach drei Tagen keine Verbesserung sieht, hat nichts falsch gemacht, sondern zu früh geschaut.

Beide Datenquellen zeigt der kostenlose Website-Check: die Laborwerte für die konkrete Ursache und die Felddaten für Googles tatsächliche Bewertung.

Was die Werte kaputt macht

Bilder in Originalgröße. Der häufigste Fall und der mit dem größten Hebel. Ein Foto aus der Kamera hat vier Megabyte, für die Website reichen achtzig Kilobyte. Bei einem Kunden habe ich vor einiger Zeit die Ladezeit von 10,3 auf 5,0 Sekunden halbiert, allein durch Bildoptimierung, kleinere Schriften und 120 nachgetragene Bildbeschreibungen.

Schriften, die nachgeladen werden. Jede eingebundene Schriftart ist eine zusätzliche Anfrage, bevor Text erscheint. Bei demselben Kunden waren es 774 Kilobyte nur für Schriften, am Ende 71. Wer Schriften vom eigenen Server lädt statt von Google, spart zusätzlich einen Verbindungsaufbau und einen Datenschutzhinweis.

Skripte von Drittanbietern. Chat-Widgets, Bewertungssterne, Tracking, Kartendienste. Jedes davon ist fremder Code, der deine Seite blockiert. Der ehrlichste Test: Schalte alles ab und miss neu. Was die Ladezeit halbiert, muss sich seinen Platz verdienen.

Bilder ohne Größenangabe. Verursacht CLS. Wenn im HTML steht, wie groß ein Bild wird, hält der Browser den Platz frei und nichts springt. Fehlt die Angabe, rutscht die halbe Seite, sobald das Bild ankommt.

Ein langsamer Server. Wenn schon die erste Antwort eine Sekunde braucht, ist der Rest Kosmetik. Günstiges Massenhosting ist hier der übliche Verdächtige.

Technisches SEO ist mehr als Geschwindigkeit

Die Core Web Vitals sind der sichtbarste Teil, aber nicht der wichtigste. Diese vier Punkte entscheiden vorher, ob du überhaupt im Rennen bist.

Kann Google die Seite lesen? Eine Seite, die versehentlich auf "nicht indexieren" steht, rankt nie. Das passiert häufiger als man denkt, meist nach einem Relaunch, wenn die Einstellung von der Baustellenversion übernommen wurde. Wie man das vermeidet, steht in der Relaunch-Checkliste.

Führen die Adressen ins Leere? Jede alte Adresse braucht eine dauerhafte Weiterleitung auf die neue. Ohne sie verlierst du die aufgebaute Bewertung dieser Seite komplett.

Versteht Google, worum es geht? Strukturierte Daten sagen der Suchmaschine, dass hier ein Betrieb mit Adresse und Öffnungszeiten steht, ein Artikel mit Autor, eine Leistung mit Preis. Das ist die Sprache, in der Suchmaschinen und zunehmend auch KI-Systeme lesen.

Funktioniert es auf dem Handy? Google bewertet die mobile Version, nicht die für den Rechner. Wenn dort ein Menü klemmt oder Text abgeschnitten wird, ist das kein Schönheitsfehler, sondern der Zustand, den Google sieht.

Die Reihenfolge, die sich lohnt

Wenn du begrenzte Zeit hast, in dieser Reihenfolge:

  1. Indexierbarkeit prüfen. Fünf Minuten, und ohne sie ist alles andere sinnlos.
  2. Bilder optimieren. Der größte Hebel für das kleinste Geld, oft ein Nachmittag Arbeit.
  3. Schriften aufräumen. Weniger Schnitte, vom eigenen Server geladen.
  4. Fremde Skripte prüfen. Was nicht messbar etwas bringt, fliegt raus.
  5. Größenangaben für Bilder ergänzen. Behebt CLS meist vollständig.
  6. Strukturierte Daten ergänzen. Wirkt nicht auf die Geschwindigkeit, aber auf das Verständnis.

Die ersten fünf Punkte sind Handwerk und in ein bis zwei Tagen zu erledigen. Sie erklären in den meisten Fällen achtzig Prozent des Unterschieds.

Was das kostet

Ein einmaliges technisches Audit mit Umsetzung liegt bei mir ab 2.400 Euro netto, je nach Größe der Seite. Marktüblich sind für ein Audit ohne Umsetzung 800 bis 3.000 Euro. Was laufende SEO-Betreuung kostet und wann sie sich lohnt, steht in Was kostet SEO.

Der Unterschied zwischen Audit und Umsetzung ist übrigens der Punkt, an dem viele Projekte hängenbleiben. Ein Bericht mit dreißig Punkten nützt nichts, wenn niemand sie abarbeitet. Frag deshalb immer, ob die Umsetzung enthalten ist oder ob du danach einen Entwickler brauchst.

Wo deine Seite gerade steht, siehst du kostenlos im Website-Check, inklusive der Felddaten, die Google tatsächlich bewertet. Wenn dabei Werte im roten Bereich auftauchen, lohnt ein Blick auf die Reihenfolge oben, bevor du Geld in Inhalte steckst. Eine langsame Seite mit guten Texten verliert gegen eine schnelle mit mittelmäßigen.

Thema · Marketing

Mehr zu SEO Onpage
und was dazugehört.

Letzter Schritt · Kostenloses Erstgespräch
45 Minuten, kostenlosDanach kennst du Blockade + KostenDirekt mit mir, kein Vertrieb
NewsletterPraxisbericht · 1× pro Woche

Was wirklich
funktioniert hat.

Eine Mail pro Woche mit dem, was bei echten Projekten geklappt hat und was nicht. Kein Berater-Blabla, keine Werbung.

Praxis-CasesKI-WorkflowsSEO-UpdatesPipeline-Bauten
Double-Opt-In· DSGVO· Hosted in DE· 1 Klick zum Abmelden

Du erhältst eine Bestätigungs-Mail. Details in der Datenschutzerklärung.

Roland Hentschel

© 2026 Roland Hentschel. Webdesign, SEO und KI-Workflows aus Herne.