Die Search Console ist das einzige Werkzeug, das dir zeigt, was Google über deine Seite denkt. Sie ist kostenlos, gehört Google selbst, und die meisten Betriebe haben sie entweder nicht eingerichtet oder schauen nie hinein.
Dieser Text macht beides: einrichten in zwanzig Minuten, und danach die vier Berichte, auf die es ankommt.
Zwei Arten von Zugang, eine Entscheidung
Bevor du anfängst, musst du dich zwischen zwei Property-Typen entscheiden. Google beschreibt den Unterschied so:
| Domain-Property | URL-Präfix-Property | |
|---|---|---|
| Erfasst | alle Subdomains und Protokolle | nur den angegebenen Adressbereich |
| Bestätigung | nur über einen DNS-Eintrag | HTML-Datei, Meta-Tag, Analytics, Tag Manager |
| Eingabe | nur die Domain, ohne https | vollständige Adresse mit https |
Die Empfehlung ist eindeutig: Nimm die Domain-Property, wenn du an deine DNS-Einstellungen kommst. Sie erfasst automatisch alles, auch die Varianten mit und ohne www, über die sonst regelmäßig Daten verloren gehen.
Wenn du nicht an die DNS-Verwaltung kommst, weil der Domainanbieter beim Neffen des Chefs liegt, nimm die URL-Präfix-Property mit dem Meta-Tag. Das dauert zwei Minuten und lässt sich später ergänzen.
Einrichten, Schritt für Schritt
- Anlegen. In der Search Console eine Property hinzufügen, Typ wählen, Domain eingeben.
- Bestätigen. Bei der Domain-Property zeigt Google einen TXT-Eintrag, den du im DNS deines Anbieters hinterlegst. Die Änderung kann bis zu 24 Stunden brauchen, meistens sind es Minuten.
- Sitemap einreichen. Unter Sitemaps die Adresse deiner Sitemap eintragen, üblicherweise endet sie auf sitemap.xml. Damit weiß Google, welche Seiten es gibt.
- Warten. Die ersten Daten erscheinen nach ein bis zwei Tagen, ein aussagekräftiges Bild nach zwei bis drei Wochen. Vorher lohnt das Hineinschauen nicht.
Ein Punkt, der oft vergessen wird: Wenn du eine Agentur beauftragst, lass dir Zugriff als Inhaber geben, nicht als Nutzer. Bei einem Wechsel bleibt die Property sonst beim alten Dienstleister, und die historischen Daten sind weg.
Die vier Berichte, die zählen
Leistung. Der wichtigste. Zeigt Suchanfragen, Klicks, Impressionen, Klickrate und durchschnittliche Position. Hier steht, wofür du tatsächlich gefunden wirst, nicht wofür du gefunden werden willst.
Seitenindexierung. Zeigt, welche Seiten Google aufgenommen hat und welche nicht, mit Begründung. Wenn eine wichtige Seite hier unter "Nicht indexiert" auftaucht, ist das der dringendste Punkt auf deiner Liste. Eine Seite, die nicht im Index ist, rankt nicht, egal wie gut sie ist.
Core Web Vitals. Die echten Nutzerdaten zu Ladezeit, Reaktion und Layoutsprüngen. Anders als Testwerkzeuge zeigt dieser Bericht, was deine Besucher tatsächlich erleben. Was die Werte bedeuten, steht in Core Web Vitals und technisches SEO.
Verbesserungen. Meldet Fehler in strukturierten Daten. Wenn du Öffnungszeiten oder Bewertungen ausgezeichnet hast und Google sie nicht liest, steht der Grund hier.
Wie du den Leistungsbericht liest
Vier Zahlen, und drei davon werden regelmäßig falsch verstanden.
Impressionen sind Einblendungen, keine Besucher. Deine Seite war in den Ergebnissen sichtbar. Ob jemand hingesehen hat, sagt die Zahl nicht.
Klicks sind echte Besuche aus der Suche. Die einzige Zahl in diesem Bericht, die unmittelbar etwas wert ist.
Klickrate ist Klicks geteilt durch Impressionen. Sie ist stark abhängig von der Position: Platz eins bekommt ein Vielfaches von Platz fünf. Eine niedrige Klickrate auf Position 15 ist normal, auf Position 3 ist sie ein Hinweis, dass Titel oder Beschreibung nicht überzeugen.
Durchschnittliche Position ist der am meisten missverstandene Wert. Es ist ein Durchschnitt über alle Suchanfragen, alle Orte und alle Geräte. Wenn du in Herne auf Platz 2 stehst und in München auf Platz 40, zeigt die Console eine mittlere Position, die es nirgends gibt. Filter deshalb nach Land und schau dir einzelne Suchanfragen an, nicht den Gesamtwert.
Der Hebel, der sich sofort lohnt
Filter im Leistungsbericht auf Suchanfragen mit einer Position zwischen 8 und 20.
Das sind die Anfragen, bei denen du sichtbar bist, aber unter der Wahrnehmungsschwelle liegst. Fast niemand klickt auf Seite zwei. Ein paar Plätze nach oben, und aus null Klicks werden echte Besuche.
Für jede dieser Anfragen gibt es meist eine von drei Ursachen: Die passende Seite behandelt das Thema nur nebenbei, es gibt gar keine passende Seite, oder Titel und Beschreibung treffen die Frage nicht. Alle drei sind an einem Nachmittag zu beheben und wirken schneller als jede neue Seite.
Ein zweiter Filter, der sich lohnt: Anfragen mit vielen Impressionen und null Klicks. Dort ist die Nachfrage belegt und du bekommst nichts davon ab.
Was du ignorieren kannst
Tägliche Schwankungen. Rankings bewegen sich ständig. Wer täglich hineinschaut, sieht Rauschen und trifft schlechte Entscheidungen. Einmal im Monat reicht, dann im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahresmonat.
Die Gesamtzahl der Impressionen als Erfolgsmaß. Sie steigt auch, wenn du für irrelevante Begriffe sichtbar wirst. Ein Handwerker, dessen Impressionen sich verdoppeln, weil ein Ratgebertext bundesweit läuft, hat davon keinen einzigen Auftrag.
Meldungen zu Seiten, die du bewusst ausgeschlossen hast. Suchergebnisseiten, Filterseiten, Anhänge: Wenn sie absichtlich nicht im Index sind, ist die Meldung kein Fehler.
Was danach kommt
Die Search Console zeigt, was ist. Was zu tun ist, ergibt sich daraus nur teilweise, weil sie nichts über die Absicht hinter den Suchanfragen sagt und nichts über deinen Wettbewerb. Wie du herausfindest, wonach deine Kunden wirklich suchen, steht in Keyword-Recherche für lokale Betriebe.
Für lokale Betriebe kommt eine zweite Datenquelle dazu, die viele übersehen: die Statistiken im Google-Unternehmensprofil. Dort stehen Anrufe und Routenanfragen, und das sind ehrlichere Zahlen als Impressionen. Mehr dazu in Google-Unternehmensprofil optimieren.
Wenn du beim Einrichten nicht weiterkommst oder die Zahlen nicht deuten kannst, ist das Teil jeder laufenden Betreuung. Was die kostet, steht in Was kostet SEO.

