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Keyword-Recherche für lokale Unternehmen

Wie du in einer Stunde herausfindest, welche Suchbegriffe deine Kunden benutzen, warum Volumen allein nichts sagt und welche Fehler Sichtbarkeit kosten.

Roland Hentschel09. September 2026Aktualisiert 20. Oktober 20267 Min.KI-unterstützt · geprüft

Das Wichtigste in Kürze

Kunden suchen nach dem Gewerk, nicht nach dem Oberbegriff. Der Suchbegriff „elektriker herne“ wird rund 590 Mal im Monat eingegeben, „dachdecker herne“ 320 Mal, „handwerker herne“ aber nur 20 Mal. Wer seine Seite auf den Oberbegriff ausrichtet, ist für die eigentliche Nachfrage unsichtbar. Suchvolumen allein entscheidet nicht: Der Begriff Meta Description hat 590 Suchen im Monat bei 0,27 Euro Klickpreis, Website SEO optimieren 480 Suchen bei 25,38 Euro. Ähnliches Volumen, völlig anderer wirtschaftlicher Wert. Für die Recherche reichen Googles eigene Vorschläge, der Bereich Ähnliche Fragen, die Search Console und ein Blick auf die drei Betriebe in der Kartenbox.

Der teuerste Fehler bei lokalem SEO passiert vor der ersten Zeile Text: Man optimiert auf Begriffe, die niemand eingibt. Meistens sind es die Begriffe, die im eigenen Angebot stehen.

Dieser Text zeigt, wie du in einer Stunde herausfindest, wonach deine Kunden tatsächlich suchen, und was du mit den Ergebnissen machst.

Kunden suchen nach dem Gewerk: lokale Keywords am Beispiel Herne

Ich habe für diesen Artikel das Suchvolumen lokaler Suchanfragen mit Herne abgefragt, Stand September 2026, Quelle sind Googles eigene Anzeigendaten:

  • steuerberater herne720
  • elektriker herne590
  • dachdecker herne320
  • maler herne140
  • handwerker herne20
Suchanfragen pro Monat in Deutschland, Google-Anzeigendaten, Stand 09/2026

720 Suchen nach dem Steuerberater, 590 nach dem Elektriker, 320 nach dem Dachdecker. Und zwanzig nach "Handwerker Herne".

Niemand sucht nach Handwerkern. Alle suchen nach dem Gewerk, das sie brauchen. Wer seine Startseite auf "Ihr Handwerksbetrieb in Herne" ausrichtet, konkurriert um zwanzig Suchen im Monat, während nebenan 590 vergeben werden.

Dasselbe Muster gilt überall. Der Patient sucht nicht "Manuelle Therapie nach KG-Verordnung", sondern "Rückenschmerzen Behandlung". Der Kunde sucht nicht "Objektauflösung", sondern "Entrümpelung nach Erbfall". Deine Fachsprache ist präzise und für die Suche wertlos. Relevante Keywords stehen in der Sprache deiner Kunden.

Explizite und implizite lokale Keywords

Lokale Suchanfragen gibt es in zwei Formen. Explizite Keywords nennen den Ort: „elektriker herne“, „dachdecker herne“. Implizite Keywords nennen ihn nicht: Wer nur „Elektriker“ eingibt, meint trotzdem meist einen Betrieb in der Nähe.

Google erkennt, dass hinter solchen Suchen ein Ortsbezug steckt, und zeigt auch bei impliziten lokalen Keywords lokale Ergebnisse: die Kartenbox mit drei Betrieben, das Local Pack, und darunter Treffer aus der Umgebung. Welche Betriebe dort stehen, hängt vom Standort der suchenden Person ab. Ist der Standort nicht freigegeben, schätzt Google ihn.

Für die Recherche heißt das: Das Volumen für „elektriker“ ohne Ort sagt wenig darüber, wie viele dieser Suchen aus deiner Stadt kommen. Für Keywords im Local Pack zählt weniger die Zahl als die Frage, ob dein Profil und deine Seite zur Leistung passen. Explizite Keywords mit Ortsnamen gehören in Überschriften und Text deiner Leistungsseite. Implizite deckst du über eine klare Hauptkategorie im Google-Unternehmensprofil und einen Text ab, der die Leistung genau beschreibt, so wie potenzielle Kunden sie nennen.

Warum Volumen allein nichts sagt

Zwei Begriffe aus meiner Recherche zu diesem Blog:

BegriffSuchen pro MonatKlickpreis
meta description5900,27 €
website seo optimieren48025,38 €

Fast dasselbe Volumen, aber der zweite Begriff ist Google fast hundertmal so viel wert. Der Grund: Wer "meta description" sucht, will etwas lernen. Wer "website seo optimieren" sucht, hat ein Problem und Geld.

Der Klickpreis ist der ehrlichste verfügbare Indikator für Kaufabsicht, weil Unternehmen dafür echtes Geld bieten. Ein Begriff mit 40 Suchen und 6 Euro Klickpreis ist für einen lokalen Betrieb mehr wert als einer mit 3.600 Suchen ohne lokalen Bezug.

Genau das ist der Fall in Herne: "webdesign herne" hat 40 Suchen im Monat bei 6,31 Euro Klickpreis. "website erstellen lassen" hat 3.600 bei 21,78 Euro, aber dort konkurrierst du mit dem ganzen Land. Vierzig lokale Suchen, bei denen du auf Platz eins stehst, bringen mehr Aufträge als Platz vierzig bei 3.600.

Leistung, Ort, Zusatz: wie lokale Suchen aufgebaut sind

Die meisten lokalen Suchen folgen einem Muster: Leistung plus Ort, oft ergänzt um einen Zusatz, der die Absicht zeigt.

  • Leistung und Ort: „Elektriker Herne“, „Dachdecker Bochum“. Hier will jemand einen Betrieb finden.
  • Leistung, Ort und Dringlichkeit: „Elektriker Herne Notdienst“, „Schlüsseldienst in der Nähe“. Hier wird sofort angerufen.
  • Leistung, Ort und Frage: „Was kostet ein Dachdecker in Herne“. Hier wird verglichen, bevor jemand anfragt.

Jede dieser Formen hat ihre eigene Absicht. Die erste gehört auf die Leistungsseite. Die zweite braucht eine sichtbare Telefonnummer ganz oben. Die dritte braucht einen Ratgebertext oder einen Abschnitt zu Preisen. Wer alle drei auf eine Seite packt, beantwortet keine richtig.

Schreib deshalb zu jeder Leistung die verwandten Formulierungen mit Zusatz auf und prüf, welche davon Google als Vorschlag ergänzt. Relevant ist, was dort auftaucht und zu deinem Standort passt. Das Suchvolumen solcher Zusätze ist oft klein, die Absicht dafür klar.

Lokale Keywords finden: kostenlose Tools und ein Blick auf die Wettbewerber

So findest du die richtigen Keywords: vier Quellen, alle kostenlos, zusammen etwa eine Stunde.

Googles eigene Vorschläge. Tipp deine Hauptleistung ins Suchfeld und schau, was Google ergänzt. Diese Vorschläge kommen aus echten Suchanfragen. Ergänze Buchstaben durch das Alphabet, dann siehst du die Bandbreite. Am Ende der Ergebnisseite stehen zusätzlich verwandte Suchen.

Der Bereich "Ähnliche Fragen". In den Suchergebnissen aufklappbare Fragen. Das sind die Formulierungen, die Menschen wirklich eingeben, oft ganze Sätze. Jede davon ist eine mögliche Überschrift.

Die Google Search Console, wenn deine Seite schon existiert. Unter Leistung siehst du, über welche Begriffe Leute dich bereits finden. Besonders wertvoll sind Begriffe auf Position 8 bis 20: dort bist du sichtbar, aber unter der Klickschwelle. Ein überarbeiteter Abschnitt bringt dich auf die erste Seite.

Die drei Wettbewerber in der Kartenbox, dem Local Pack. Such nach deiner Hauptleistung plus Stadt und sieh nach, welche Kategorie die drei Betriebe im Kartenbereich führen. Google zeigt die Hauptkategorie öffentlich. Wenn alle drei dieselbe führen und du eine andere hast, hast du deine Antwort. Mehr dazu in Google-Unternehmensprofil optimieren.

Lokale Keyword-Recherche für mehrere Standorte

Wer an mehreren Standorten arbeitet oder Kunden in mehreren Städten bedient, wiederholt die Recherche je Ort. Die Leistung ist dieselbe, Volumen und Wettbewerb sind es nicht.

Denk dabei in Schichten: zuerst die Stadt, dann die Stadtteile, die Menschen beim Namen nennen, dann die Nachbarorte, in denen du wirklich Aufträge annimmst.

Für jeden echten Standort mit Adresse gibt es ein eigenes Unternehmensprofil und eine eigene Seite mit eigenem Inhalt. Für Orte, in denen du nur arbeitest, lohnt eine eigene Seite dann, wenn du dort etwas Eigenes zeigen kannst: Projekte vor Ort, Anfahrt, Ansprechpartner. Eine Seite, die sich von der Nachbarseite nur im Ortsnamen unterscheidet, wird selten ranken.

So bleibt die lokale SEO-Strategie überschaubar: ein Standort, ein Profil, eine Seite, und jeder lokale Begriff dort, wo er hingehört.

Lokale Suchanfragen: was die Zahlen nicht zeigen

Eine Einschränkung, die selten jemand nennt: Für kleine Städte und Nischen liefern die Tools oft gar keinen Wert. Bei meiner Abfrage kamen für "Sanitär Herne", "Zahnarzt Herne" und "Physiotherapie Herne" keine Volumina zurück.

Das heißt nicht, dass niemand danach sucht. Es heißt, dass die Zahl unter der Messschwelle liegt. Bei lokalen Begriffen ist das der Normalfall, und es ist ein schlechter Grund, ein Thema zu verwerfen. Ein Zahnarzt in Herne braucht keine Datenbank, um zu wissen, dass Leute nach einem Zahnarzt in Herne suchen.

Nutz die Zahlen, wo es sie gibt, und deinen Kopf, wo es sie nicht gibt.

Keyword-Strategie für lokale Sichtbarkeit: was du mit den Begriffen machst

Eine Seite pro Absicht, nicht pro Begriff. "Elektriker Herne", "Elektriker in Herne" und "Elektrofachbetrieb Herne" haben dieselbe lokale Absicht. Dafür baust du eine Seite, nicht drei. Drei Seiten zum selben Thema konkurrieren gegeneinander, und Google entscheidet dann selbst, welche er zeigt, meist die falsche.

Die Hauptabsicht gehört auf eine Leistungsseite, nicht in den Blog. Wer "Elektriker Herne" sucht, will einen Betrieb beauftragen, keinen Artikel lesen. Ratgebertexte gehören zu den Fragen davor: was es kostet, wie lange es dauert, woran man einen guten Betrieb erkennt.

Ortsangaben gehören in den Text, nicht in eine Liste. Zwanzig Städte im Fußtext sind ein Muster, das Google seit Jahren erkennt. Eine echte Seite pro Stadt, mit eigenem Inhalt und echten Referenzen, wirkt. Alles dazwischen ist Aufwand ohne Wirkung. Warum trotzdem oft die Nachbarstadt vorne steht, steht in Warum die Nachbarstadt dich verdrängt.

Prüf, ob du dir selbst im Weg stehst. Wenn zwei deiner Seiten auf denselben Begriff ausgerichtet sind, teilen sie sich die Signale. In der Search Console siehst du das daran, dass für eine Suchanfrage wechselnde Seiten auftauchen. Dann führst du beide zusammen und leitest die schwächere weiter.

Die Grundlagen der lokalen Keyword-Recherche: sechs Schritte für einen Nachmittag

  1. Schreib deine fünf wichtigsten Leistungen auf, in deinen Worten.
  2. Übersetze jede in die Sprache deiner Kunden. Frag im Zweifel jemanden, der nicht vom Fach ist.
  3. Prüf jede Formulierung in Googles Suchvorschlägen und in "Ähnliche Fragen".
  4. Ergänze deine Stadt, dann die Nachbarstädte, in denen du wirklich arbeitest.
  5. Ordne jedem Begriff eine bestehende oder neue Seite zu.
  6. Was übrig bleibt und keine Seite hat, wird deine nächste Seite.

Das ist keine Wissenschaft und dauert einen Nachmittag. Es ersetzt keine laufende Betreuung, aber es verhindert den teuersten Fehler: monatelang an Begriffen zu arbeiten, die niemand eingibt.

Wo deine Seite technisch steht, zeigt der kostenlose Website-Check. Was laufende Betreuung kostet und ab wann sie sich rechnet, steht in Was kostet SEO.

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