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SEO selbst machen oder Agentur beauftragen? Die ehrliche Rechnung

Was du in acht Stunden im Monat selbst schaffst, wo die Grenze liegt und ab welchem Stundensatz sich die Agentur rechnet. Mit Zwischenlösung.

Roland Hentschel16. September 20264 Min.KI-unterstützt · geprüft

Das Wichtigste in Kürze

Das Google-Unternehmensprofil, Bewertungen, Verzeichniseinträge und Texte über die eigene Arbeit kann jeder Betrieb selbst übernehmen, dafür reichen rund acht Stunden im Monat. Technisches SEO, Wettbewerbsanalyse und die Entscheidung, welche Seite auf welche Suchabsicht ausgerichtet wird, brauchen Erfahrung und Werkzeuge. Die Rechnung entscheidet der eigene Stundensatz: Wer seine Arbeitszeit mit 60 Euro ansetzt, bindet bei acht Stunden 480 Euro im Monat, und das nur, wenn die Zeit tatsächlich frei ist. Die Zwischenlösung ist ein einmaliges Audit mit Maßnahmenliste ab 800 Euro, das intern abgearbeitet wird.

Die Frage kommt meistens so: "Kann ich das nicht selbst machen?" Und die ehrliche Antwort ist: einen großen Teil ja, und zwar genau den Teil, der bei den meisten Betrieben ohnehin liegen bleibt.

Dieser Text zieht die Grenze und rechnet beide Seiten durch.

Was du selbst machen kannst und solltest

Vier Bereiche brauchen keine Agentur, sondern Konsequenz.

Das Google-Unternehmensprofil. Der stärkste lokale Hebel und komplett kostenlos. Kategorie, Leistungen, Öffnungszeiten inklusive Feiertagen, echte Fotos, der Fragenbereich. Das ist an einem Nachmittag angelegt und braucht danach zwanzig Minuten im Monat. Die vollständige Anleitung steht in Google-Unternehmensprofil optimieren.

Bewertungen. Niemand kann das besser als du, weil es beim Kundenkontakt passiert. Direkt nach der abgeschlossenen Leistung fragen, mit dem Kurzlink aus dem Profil. Eine Agentur kann dir das nicht abnehmen, sie kann dich nur daran erinnern. Wie es regelkonform läuft, steht in Google-Bewertungen sammeln.

Verzeichniseinträge. Firmenname, Adresse und Telefonnummer überall zeichengleich. Stumpfe Arbeit, aber wirksam, und niemand kennt deine korrekten Daten besser als du. Details in NAP und Brancheneinträge.

Texte über deine eigene Arbeit. Der Punkt, an dem externe Dienstleister strukturell schlechter sind. Du weißt, welche drei Fragen am Telefon immer kommen und warum Kunden dich anrufen statt den Betrieb nebenan. Ein holpriger Text von dir schlägt einen glatten Text von jemandem, der deinen Beruf nicht kennt.

Was du realistisch nicht selbst machst

Technisches SEO. Ladezeiten, Indexierbarkeit, strukturierte Daten, Weiterleitungen. Das ist Handwerk, nur eben ein anderes. Man kann es lernen, aber der Aufwand steht bei einer einzelnen Website in keinem Verhältnis. Was dazugehört, steht in Core Web Vitals und technisches SEO.

Wettbewerbsanalyse. Zu sehen, warum ein Betrieb aus der Nachbarstadt vor dir steht, braucht Werkzeuge und Erfahrung mit dem, was man darin sieht. Die kostenlosen Quellen reichen für die eigene Seite, nicht für den Vergleich.

Die Zuordnung von Absicht zu Seite. Welcher Suchbegriff auf welche Seite gehört, wo zwei Seiten sich gegenseitig behindern, wann eine neue Seite sinnvoll ist und wann sie schadet. Das ist die Arbeit, bei der ohne Erfahrung am meisten Zeit verbrannt wird.

Dranbleiben. Der ehrlichste Punkt. SEO scheitert selten am Können und fast immer daran, dass im dritten Monat die Baustelle wichtiger ist. Eine Agentur verkauft dir zu einem guten Teil Verbindlichkeit.

Die Rechnung

Der Fehler in dieser Rechnung ist fast immer derselbe: Die eigene Zeit wird mit null angesetzt.

Für die Bereiche oben brauchst du realistisch acht Stunden im Monat, wenn du eingearbeitet bist. In den ersten drei Monaten eher zwölf, weil Lernzeit dazukommt.

Dein Stundensatz8 Stunden im MonatIm Jahr
45 €360 €4.320 €
60 €480 €5.760 €
85 €680 €8.160 €

Dagegen steht eine laufende Betreuung ab 800 Euro im Monat, oder ein Einstiegspaket ab 450 Euro. Die Zahlen aus dem Ruhrgebiet stehen in Was kostet SEO.

Damit ist die Rechnung selten so eindeutig, wie sie am Anfang aussieht. Bei 45 Euro Stundensatz und vorhandener Zeit lohnt sich Selbermachen klar. Bei 85 Euro und vollen Auftragsbüchern ist es die teurere Variante, selbst wenn keine Rechnung kommt.

Der Haken an der Tabelle: Sie gilt nur, wenn die acht Stunden wirklich frei sind. Wenn du sie dir von Kundenarbeit abziehst, kostet dich die Stunde nicht deinen Stundensatz, sondern deinen Deckungsbeitrag. Wenn du sie abends dranhängst, kostet sie dich etwas anderes.

Die Zwischenlösung, die oft am besten passt

Es gibt einen dritten Weg, den selten jemand anbietet: einmalig prüfen lassen, danach selbst weiterarbeiten.

Du bekommst ein Audit mit einer Maßnahmenliste, sortiert nach Wirkung. Die technischen Punkte werden umgesetzt, weil du sie ohnehin nicht selbst machst. Alles Laufende, also Profil, Bewertungen, Texte, übernimmst du.

Kostet einmalig 800 bis 3.000 Euro, bei mir ab 2.400 Euro inklusive Umsetzung des technischen Teils. Danach hast du eine Liste, die du in deinem Tempo abarbeitest, und keine monatliche Rechnung.

Das passt für Betriebe, die Zeit haben, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Nach meiner Erfahrung sind das die meisten.

Wie du entscheidest

Drei Fragen reichen.

Hast du acht Stunden im Monat, die wirklich frei sind? Nicht theoretisch, sondern im Kalender. Wenn nein, ist die Frage beantwortet.

Ist deine Seite technisch in Ordnung? Wenn ja, kannst du direkt mit den inhaltlichen Dingen anfangen. Wenn nein, ist Selbermachen der falsche Startpunkt, weil du auf einem Fundament arbeitest, das nicht trägt. Der kostenlose Website-Check beantwortet das in etwa einer Minute.

Wie groß ist dein Einzugsgebiet? Eine Stadt und ein Gewerk kannst du selbst bespielen. Fünf Städte mit eigenen Seiten sind ein Projekt, kein Nebenbei.

Und eine vierte, die man sich ehrlich beantworten muss: Hast du im letzten Jahr etwas angefangen, das nach zwei Monaten liegengeblieben ist? Dann ist die Frage nicht, ob du es kannst, sondern ob du es tust.

Thema · Marketing

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