Wer eine Kanzlei sucht, hat selten einen guten Tag. Kündigung, Steuerprüfung, Erbstreit, Vertragsärger. Der Besucher ist angespannt und misstrauisch, und er entscheidet nicht nach Design, sondern danach, ob er sich traut anzurufen.
Laut Bundesrechtsanwaltskammer und Bundessteuerberaterkammer gibt es in Deutschland gut 167.000 Anwälte und knapp 90.000 Steuerberater. Allein im Bezirk der Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe sind es über 9.000 Kammermitglieder. Der Suchende hat also Auswahl, und er wählt die Kanzlei, bei der er sich am schnellsten verstanden fühlt.
Fachgebiet vor Vollsortiment
Die Liste mit vierzehn Rechtsgebieten wirkt kompetent und ist es meistens nicht. Wer alles macht, ist für den Suchenden niemand Bestimmtes.
Wie gesucht wird, zeigen die Suchdaten. Gesucht wird die Lage, nicht die Kanzlei:
- kündigung anwalt390
- steuerberater für ärzte320
- anwalt mietrecht bochum320
- anwalt herne260
- anwalt verkehrsrecht bochum210
- steuerberater existenzgründer170
Die spezialisierten Suchen ergeben zusammen ein Vielfaches der allgemeinen. Und sie sind wertvoller: Für einen Anzeigenklick auf „kündigung anwalt" zahlen Kanzleien laut denselben Daten im Schnitt rund 17 Euro, für „steuerberater existenzgründer" rund 15 Euro. Wer diese Besucher über die normale Suche bekommt, spart genau das.
Zwei bis vier Schwerpunkte, jeder mit einer eigenen Seite, die die typische Situation des Mandanten beschreibt statt der Gesetzeslage: „Ihnen wurde gekündigt und Sie haben drei Wochen Zeit" trifft besser als „Kündigungsschutzklage nach § 4 KSchG". Der Paragraf darf danach kommen.
Das gilt genauso für Steuerberatung: Existenzgründer, Handwerksbetriebe, Ärzte und Vermieter suchen unterschiedlich und brauchen unterschiedliche Seiten.
Was das Berufsrecht für die Website bedeutet
Anwälte und Steuerberater dürfen werben, aber anders als ein Handwerksbetrieb. Für die Website zählen vor allem fünf Punkte. Sie sind hier verlinkt, damit du nachlesen kannst, nicht als Rechtsberatung. Die Texte prüfst du selbst oder mit deiner Kammer, ich setze sie technisch um.
- Sachlich informieren. § 43b BRAO für Anwälte und der wortgleiche § 57a StBerG für Steuerberater erlauben Werbung, die sachlich über die berufliche Tätigkeit unterrichtet. Superlative und Erfolgsversprechen passen nicht zu diesem Rahmen.
- Mandanten nur mit Einwilligung. Werbung mit Mandanten oder Mandaten ist laut § 6 Abs. 2 BORA nur mit deren ausdrücklicher Einwilligung erlaubt. Eine Referenzliste mit Firmennamen braucht also vorher die Zustimmung jedes Genannten.
- Schwerpunkte, die du belegen kannst. Wer Tätigkeitsschwerpunkte nennt, muss laut § 7 BORA entsprechende Kenntnisse nachweisen können, und die Angabe darf nicht mit einem Fachanwaltstitel verwechselbar sein. Fachanwaltstitel selbst sind auf drei je Person begrenzt (§ 43c BRAO).
- Bezeichnungen sauber trennen. Bei Steuerberatern verlangt die Berufsordnung, dass andere Bezeichnungen, etwa Hinweise auf Fortbildungen, räumlich getrennt von Name und Berufsbezeichnung stehen.
- Mehr Angaben im Impressum. Für reglementierte Berufe kommen laut § 5 DDG die zuständige Kammer, die gesetzliche Berufsbezeichnung mit dem Staat der Verleihung und die berufsrechtlichen Regelungen dazu. Die Dienstleistungs-Informationspflichten-Verordnung verlangt zusätzlich Angaben zur Berufshaftpflichtversicherung.
Für die Gestaltung heißt das: Die Seite überzeugt über Klarheit und Personen, nicht über Lautstärke. Das ist ohnehin das, was in dieser Branche wirkt.
Personen sichtbar machen
Mandate entstehen zwischen Menschen. Foto, Werdegang, Schwerpunkt, Fachanwaltstitel, und wenn möglich ein Satz, der einen Menschen erkennen lässt. Eine Kanzlei-Website ohne Gesichter ist eine Visitenkarte ohne Namen.
Bei Kanzleien mit mehreren Berufsträgern hilft eine eigene Seite je Person. Wer nach „Fachanwalt Arbeitsrecht Bochum" sucht, will die Person sehen, die den Titel trägt, nicht die Kanzlei als Ganzes.
Die Hemmschwelle senken
Der wichtigste Absatz auf einer Kanzlei-Website ist der zum ersten Kontakt. Was kostet ein Erstgespräch, wie lange dauert es, was soll ich mitbringen, was passiert danach. Wer das offen beantwortet, nimmt genau die Unsicherheit, die Leute vom Anrufen abhält.
Dazu ein niedrigschwelliger Einstieg: Rückrufbitte mit Zeitfenster oder Terminbuchung. Nicht jeder will als Erstes telefonieren, und nicht jeder kann es während der Arbeitszeit.
Ein Beispiel, wie so ein Absatz klingen kann: „Das erste Gespräch dauert etwa 30 Minuten. Bringen Sie die Kündigung und Ihren Arbeitsvertrag mit. Danach wissen Sie, welche Fristen laufen und ob sich ein Vorgehen lohnt." Drei Sätze, und die wichtigsten Fragen sind beantwortet.
Warum Fachbeiträge hier besonders wirken
In dieser Branche funktioniert Werbung schlecht und Fachlichkeit gut. Ein verständlich geschriebener Beitrag zu einer typischen Mandantenfrage arbeitet jahrelang: Er kann bei Google ranken und in KI-Antworten auftauchen, und er beantwortet beim Erstkontakt die Hälfte der Fragen im Voraus.
Die besten Themen liegen in deinem Postfach. Jede Frage, die du in einem Monat dreimal beantwortest, ist ein Beitrag: „Muss ich eine Abfindung versteuern?", „Was passiert, wenn ich die Frist verpasse?". Wie sich Sichtbarkeit in KI-Systemen messen lässt, steht in Empfehlen ChatGPT, Claude und Gemini dein Unternehmen?.
Der unauffällige Teil: Vertraulichkeit
Kontaktformulare in Kanzleien transportieren regelmäßig Sachverhalte, die niemanden etwas angehen. Für Anwälte gilt die Verschwiegenheit nach § 43a Abs. 2 BRAO, und die Berufsordnung verlangt technische Maßnahmen, die dem Risiko angemessen sind. Ein Verstoß gegen die Schweigepflicht ist für beide Berufe strafbar (§ 203 StGB).
Technisch heißt das für die Website:
- verschlüsselte Übertragung des Formulars,
- Hosting möglichst in Deutschland oder der EU,
- Formularinhalte nicht unverschlüsselt per E-Mail weiterleiten,
- so wenig Felder wie möglich, und ein Hinweis, dass Details ins Gespräch gehören und nicht ins Formular,
- keine Analyse-Werkzeuge ohne Einwilligung.
Ein Mandant, der das prüft, prüft auch die restliche Sorgfalt.
Häufige Fragen
Darf ich Google-Bewertungen auf meiner Website zeigen?
Die Bewertungen stehen ohnehin öffentlich im Google-Profil, und ein Link oder Hinweis darauf ist üblich. Sobald du einzelne Mandanten oder Fälle auf der eigenen Seite herausstellst, greift die Regel zur ausdrücklichen Einwilligung. Kläre das im Zweifel mit deiner Kammer.
Wie viele Schwerpunkte sollte eine Kanzlei-Website zeigen?
Zwei bis vier, jeder mit einer eigenen Seite. Mehr ist nur sinnvoll, wenn mehrere Berufsträger verschiedene Gebiete abdecken. Dann gehört jedes Gebiet zur jeweiligen Person.
Brauche ich eine Online-Terminbuchung?
Sie senkt die Hemmschwelle für alle, die tagsüber nicht telefonieren können oder wollen. Wichtig ist, dass vor der Buchung klar ist, was das Erstgespräch kostet und wie lange es dauert.
Was ist bei einer Steuerberater-Website anders als bei einer Anwaltskanzlei?
Der Besucher ist seltener in einer akuten Notlage und vergleicht länger. Zielgruppen-Seiten wie für Existenzgründer, Ärzte oder Vermieter wirken deshalb besonders gut, und Fachbeiträge zu wiederkehrenden Fristen bringen jedes Jahr wieder Besucher.
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Wie Mandanten euch lokal finden, steht in Lokal bei Google gefunden werden. Was eine solche Seite kostet, in Was kostet eine Website, die Leistungsseite unter Custom Webdesign. Die Übersicht über alle Branchen steht in Branchen-Websites im Ruhrgebiet.

