Für dieselbe Sache kursieren gerade drei Namen: Generative Engine Optimization, Answer Engine Optimization und LLM SEO. Gemeint ist immer dasselbe, nämlich die Frage, wie man in den Antworten von ChatGPT, Perplexity, Gemini und Googles KI-Übersichten vorkommt.
Der Markt dafür ist jung, und das merkt man an den Ratschlägen. Dieser Text trennt, was belegbar wirkt, von dem, was gerade verkauft wird.
Der eine Unterschied, auf den es ankommt
Klassisches SEO arbeitet daran, dass deine Seite in einer Liste weit oben steht. Der Nutzer sieht die Liste und entscheidet.
Bei einer KI-Antwort gibt es keine Liste. Es gibt eine Antwort, in der zwei oder drei Anbieter genannt werden, und der Rest existiert nicht. Es gibt kein "Platz sieben", auf dem man noch ein paar Klicks bekommt. Entweder du wirst genannt oder nicht.
Daraus folgt der zweite, wichtigere Unterschied: Ein Sprachmodell bezieht sein Bild von deinem Unternehmen überwiegend aus fremden Quellen. Aus Verzeichnissen, Bewertungsportalen, Branchenseiten, Presseartikeln, Foren. Deine eigene Website ist eine Quelle unter vielen, und für die Frage "welcher Anbieter ist gut" oft nicht die entscheidende.
Das dreht die Prioritäten um. Bei SEO arbeitest du zuerst an deiner Seite. Bei KI-Sichtbarkeit arbeitest du zuerst daran, dass es dich außerhalb deiner Seite konsistent gibt.
Was Google dazu sagt
Für Googles eigene KI-Funktionen ist die Sache eindeutig. In der offiziellen Dokumentation steht, dass es keine zusätzlichen Anforderungen und keine besonderen Optimierungen gibt, um in AI Overviews zu erscheinen, und dass keine neuen maschinenlesbaren Dateien nötig sind.
Empfohlen wird stattdessen das Übliche: Crawling erlauben, Inhalte in Textform bereitstellen, intern sinnvoll verlinken, strukturierte Daten korrekt einsetzen, Geschäftsdaten aktuell halten.
Für ChatGPT und Perplexity gibt es keine vergleichbare Dokumentation. Was dort wirkt, lässt sich nur beobachten und messen, nicht nachlesen.
Was messbar wirkt
Erlaubtes Crawling. Wer die KI-Bots aussperrt, kommt in ihren Antworten nicht vor. Das ist die einzige Einstellung mit garantierter Wirkung, und sie wirkt in beide Richtungen. Prüf, was in deiner robots.txt steht, bevor du irgendetwas anderes tust.
Konsistente Angaben in fremden Quellen. Firmenname, Adresse, Telefonnummer, Leistungen, überall gleich. Ein Modell, das drei verschiedene Adressen findet, nennt im Zweifel den Wettbewerber, bei dem alles zusammenpasst. Wie das geht, steht in NAP und Brancheneinträge.
Bewertungen. Sie sind für Sprachmodelle eine der wenigen belastbaren Aussagen über Qualität, weil sie von Dritten stammen. Wer nach Anbietern fragt, bekommt überdurchschnittlich oft die mit vielen und aktuellen Bewertungen genannt. Der regelkonforme Weg steht in Google-Bewertungen sammeln.
Klar beantwortete Fragen auf der eigenen Seite. Ein Abschnitt, der eine Frage stellt und direkt danach beantwortet, ist zitierfähig. Ein Text, der sich warmläuft und die Antwort im vierten Absatz versteckt, ist es nicht. Das ist kein Trick, sondern schlicht besseres Schreiben.
Überprüfbare eigene Zahlen. Preise, Lieferzeiten, Fallbeispiele mit konkreten Werten. Ein Modell zitiert lieber eine Quelle, die etwas Bestimmtes behauptet, als eine, die etwas Allgemeines beschreibt. Das ist auch der Grund, warum offene Preisangaben doppelt wirken.
Was nicht wirkt
Die llms.txt. Google nutzt sie nicht, und in Serverprotokollen wird sie kaum abgerufen. Die Belege dazu stehen in Brauchst du eine llms.txt.
KI-Texte in Masse. Zwanzig generierte Ratgeberartikel erzeugen keine Autorität, sondern zwanzig austauschbare Seiten. Genau die Art Inhalt, die eine Zusammenfassung ersetzt, statt zitiert zu werden.
Sonderoptimierung für AI Overviews. Existiert laut Google nicht. Was als solche verkauft wird, ist normales SEO mit neuem Etikett. Was AI Overviews tatsächlich verändern, steht in AI Overviews: was Googles KI-Antworten bedeuten.
Der eigene Markenname im Fließtext. Ein Modell zählt keine Nennungen auf deiner eigenen Seite. Es interessiert sich dafür, wer sonst über dich spricht.
Der Punkt, an dem die meisten aufhören
Ohne Messung ist alles davon eine Behauptung, auch meine.
Der Unterschied zu klassischem SEO ist hier unangenehm: Es gibt keine Search Console für ChatGPT. Niemand liefert dir einen Bericht darüber, ob du in Antworten vorkommst. Man muss es abfragen, regelmäßig, über mehrere Systeme, mit denselben Fragen, und die Ergebnisse festhalten.
Genau das macht der Check zur KI-Sichtbarkeit: dieselben Fragen an mehrere Systeme, protokolliert mit Position und Verlauf. Wie eine solche Messung aussieht und was dabei herauskommt, steht in Empfehlen ChatGPT, Claude und Gemini dein Unternehmen?, inklusive der eigenen Werte, auch der schlechten.
Was ich dir raten würde
Wenn du bei null anfängst, ist die Reihenfolge unspektakulär und in dieser Form auch nicht neu: Google-Unternehmensprofil vollständig, Bewertungen konsequent einsammeln, Firmendaten überall gleich, Website technisch sauber und crawlbar, Inhalte, die konkrete Fragen konkret beantworten.
Das ist zu neunzig Prozent dieselbe Arbeit wie gutes lokales SEO. Der Unterschied liegt in der Schreibweise der Inhalte und in der stärkeren Gewichtung fremder Quellen.
Wer dir eine völlig neue Disziplin mit eigenem Werkzeugkasten verkauft, verkauft dir zum großen Teil das, was du ohnehin tun solltest. Was daran wirklich neu ist, ist die Messung, und die kostet Aufmerksamkeit, kein Budget.

